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Nobelpreis für Lobotomie

 

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© Reinhard Aill Farkas 2009

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Ein verschwiegenes Verbrechen


Das Verbrechen. Seine Erfindung. Seine Verbreitung

Unter Lobotomie verstehen wir eine neurochirurgische Operation, bei der die Nervenbahnen zwischen Thalamus und Stirnhirn sowie Teile der Gehirnsubstanz unwiederbringlich zerstört werden.

Etwa 1 Million Menschen wurden auf diese Weise gefoltert, dauerhaft verstümmelt bzw. ermordet.

Die ersten vergleichbaren Menschenversuche an unglücklichen Opfern gehen auf die 1890er Jahre zurück, zahllose Tierversuche wurden begleitend durchgeführt.

Die Lobotomie entdeckten der Italiener Mario Fiamberti (1894–1979) und der Portugiese Antônio Egas Moniz (1874-1955) in den 1930er Jahren. Moniz publiziert 1936 seinen ersten Bericht über Lobotomie und empfahl in der Folge dieses Operation als Mittel, Menschen zu kontrollieren. 1939 schoss ihn eines seiner Opfer an, sodass er die letzten Lebensjahre im Rollstuhl verbrachte. 1949 erhielt er den Nobelpreis für Medizin.

Zu einer Standardtechnik wurde die Lobotomie durch den US-Psychiater Walter Freeman (1895–1972), der in Spitzenzeiten 25 Menschen am Tag operierte, oft ohne Handschuhe und in Privaträumen. Freeman: "Die Psychochirurgie erlangt ihre Erfolge dadurch, dass sie die Phantasie zerschmettert, Gefühle abstumpft, abstraktes Denken vernichtet und ein roboterähnliches, kontrollierbares Individuum schafft."

So wurden Menschen, die politisch, sexuell oder von ihrem Temperament her ,auffielen', lobotomisiert. Das prominenteste Opfer der Lobotomie ist Rosemary Kennedy, die im Alter von 23 Jahren gegen ihren Willen chirurgisch behandelt wurde. Rosemary konnte nach der Operation nur mehr kindlich vor sich hinbrabbeln, wurde inkontinent und blieb teilweise an den Rollstuhl gefesselt. Sie wurde später vor der Öffentlichkeit versteckt.


Fallbeispiel Schweden

In Schweden wurden zwischen 1944 und 1963 zumindest 4500 Menschen gegen ihren Willen lobotomisiert. 80 Prozent dieser Personen waren Frauen. Sie wurden operiert, weil sie lesbisch waren, weil ihnen kriminelle Handlungen vorgeworfen wurden oder weil sie angeblich ,Depressionen' hatten.

Der Abgeordnete Dan Ericsson setzte sich für eine Entschädigung der Betroffenen ein, die selbst nicht in der Lage sind, Schmerzensgeld einzuklagen. Sozialministerin Margot Wallström lehnte 1996 diese Forderungen ab: "Die Behandlung beruhte auf den damaligen wissenschaftlichen Erkenntnissen." Seit 2004 ist sie Vizepräsidentin der Europäischen Kommission mit Zuständigkeit für interinstitutionelle Beziehungen und Kommunikationsstrategie.

 

Fallbeispiel Norwegen

Nach 1945 wurden Norwegerinnen, die Beziehungen zu Soldaten der Besatzer aufgenommen hatten, in Anstalten gesperrt, für Experimente mit bewusstseinsverändernden Drogen (LSD) verwendet und auch lobotomisiert. Darüber schreibt die TAZ:

Auch Marta, Oskars leibliche Mutter, wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht, wo sie 1951 an den Folgen medizinischer Versuche mit Hirnentnahme (Lobotomie) starb. Oskar hat erst jetzt die Krankengeschichte seiner Mutter einsehen können: "Man machte mit ihr Versuche mit operativen Gehirneingriffen. Dann ließ man sie mehrere Tage lang bewusstlos mit über 39 Grad Fieber liegen und schaute einfach zu, wie sie starb."

Als 1995 Abgeordnete im norwegischen Parlament die Regierung aufforderten, sich bei den Gequälten zu entschuldigen, lehnte das die sozialistische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland, ab. Sie wurde 1998 zur Generaldirektorin der WHO gewählt.

Nachfolger der Lobotomie

Wertvolles Nervengewebe des Gehirns zerstört auch die Elektrokrampftherapie, die Insulinschocktherapie, die ein Insulin-Koma auslöst oder die Verabreichung von Neuroleptika ("Nervendämpfungsmittel").