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© Reinhard Aill Farkas 2009

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Song of Amergin

 

I am a stag: of seven tines,
I am a flood: across a plain,
I am a wind: on a deep lake,
I am a tear: the Sun lets fall,
I am a hawk: above the cliff,
I am a thorn: beneath the nail,
I am a wonder: among flowers,
I am a wizard: who but I
Sets the cool head aflame with smoke?

I am a spear: that roars for blood,
I am a salmon: in a pool,
I am a lure: from paradise,
I am a hill: where poets walk,
I am a boar: ruthless and red,
I am a breaker: threatening doom,
I am a tide: that drags to death,
I am an infant: who but I
Peeps from the unhewn dolmen arch?

I am the womb: of every holt,
I am the blaze: on every hill,
I am the queen: of every hive,
I am the shield: for every head,
I am the tomb: of every hope.

 

Das Lied Amergins
Ins Deutsche übertragen
von Reinhard Aill Farkas

Ich bin ein Hirsch: mit sieben Sprossen
Ich bin die Flut: über eine Ebene,
Ich bin der Wind: auf tiefem See,
Ich bin die Träne: vom Sonnengesicht,
Ich bin ein Falke: über der Klippe,
Ich bin ein Dorn: unter dem Nagel,
Ich bin ein Wunder: zwischen Blumen,
Ich bin ein Magier: wer außer mir
Entflammt den kühlen Kopf mit Rauch?

Ich bin ein Speer: er schreit nach Blut,
Ich bin ein Lachs: in einem Teich,
Ich bin ein Zauber: vom Paradies,
Ich bin ein Berg: wo Dichter gehen,
Ich bin ein Eber: böse und rot,
Bin eine Sturzsee: voll Verhängnis,
Ich bin Gezeit, zum Tod hin zieht,
Ich bin ein Kind: wer außer mir
schaut aus dem rohen Dolmentor?

Ich bin der Schoß: des heiligen Walds,
Ich bin die Flamme: auf jedem Berg,
Königin bin ich: in jedem Bienenstock,
Ich bin der Schild: für jede Brust
Ich bin das Grab: für jede Hoffnung.

Dies ist das vielleicht älteste Gedicht der irischen Tradition. Es wird einem Druiden aus dem milesischen Mytenkreis zugeschrieben. Er wird Amergin ['avaryin] genannt, was soviel wie „Geburt des Klagegesangs“ bedeutet, und er hat den Beinamen Glúingel (Weißknie) oder Glúnmar (großes Knie).

Der Text wurde in verschiedenen Varianten überliefert, die unterschiedliche Bilder erzeugen.

Eine Liedquelle aus dem Buch von Leinster (Lebar na Núachongbála), zwei Übertragungen und verschiedene poetische Varianten finden sich in der CELTIC MYTH PODSHOW.

Hier liest du die Fassung des britischen Schriftstellers Robert Graves (The White Goddess, 1948), die ich ins Deutsche übertragen habe.

Immram curaig Maíle Dúin
Die Reise von Máel Dúin’s Schiff

 

Die magische Katze

Die Erzählung schildert, wie die hungrigen und durstigen Seefahrer zu einer kleinen Insel kommen, die wie gebrannter Lehm aussieht:

Great was its height from the sea: it all but reached the clouds. The fort was open wide. Round the rampart were great, snow-white houses.

Am Eingang des größten Hauses spielt eine kleine Katze und springt von einer Steinsäule auf die andere. Máel Dúin und die Seinen entrdecken dann Unmengen goldener und silbener Broschen, von Torques und Schwerter. In einem Raum finden sie köstlichen Braten und Kessel voller Alkohol. Sie schmausen und zechen und legen sich zur Ruhe...

Doch am anderen Tag will einer der Kämpfer ein Halsband aus dem Schatz an sich nehmen.

The cat followed them, and leapt through him (the foster-brother) like a fiery arrow, and burnt him so that he became ashes, and (then) went back till it was on its pillar.

Then Máel Dúin soothed the cat with his words, and set the necklace in its place and cleansed the ashes from the floor of the enclosure, and cast them on the shore of the sea.

 

Literatur:
JAMES MacKILLOP. "Imram Curaig Maíle Dúin." A Dictionary of Celtic Mythology. 2004. Encyclopedia.com. 27 Jun. 2009


Immram durch Zeit und Raum

Eine altirische Erzählung stellt uns einen Wanderer durch die Welten vor, Máel Dúin. Im 11. Jahrhundert bringt "Aed der Schöne" Vorlagen aus dem 8. Jahrhundert - und wohl aus früherer Zeit - in eine neue Form. Vergessen wir den Rahmen der Erzählung und ihre Prägung durch Odyssee und mittelalterliche Bestiarien, so stoßen wir auf phantastische Episoden, die gute Beispiele für die Dynamik von Immrama geben.

Den Text hat 1888 Whitley Stokes übertragen. Jonathan M. Wooding scannte ihn für die Celtic Christianity e-Library.

 


Meerblick mit Strand von Llangranog (Wales)

Tochmarc Ailbe

Tochmarc Ailbe
Das Werben um Ailbe
Ausschnitt, unbekannter Autor

'Mädchen', sagte Find, 'ist unter euch jemand, der Folgendes weiß?' 'Welches Nass ist weiter ausgebreitet als alle Meere?' - 'Der Tau ist weiter ausgebreitet', sagte Ailbe Gruadbrec, Cormacs Tochter. Sie antwortete, weil im Hause auf Seiten der Frauen keine Klügere war, und auch weil sich die Rede an sie richtete.

'Was ist süßer als Met?' sagte Find. - 'Vertrautes Gespräch' sagte das Mädchen.

'Was ist rötlicher als Blut?' sagte Find. - 'Das Erröten edler Kinder' sagte das Mädchen.

'Was ist schwärzer als der Rabe?' sagte Find. - 'Der Tod ist schwärzer' sagte das Mädchen.

'Was ist weißer als Schnee?' sagte Find. - 'Die Wahrheit' sagte das Mädchen.

'Was ist leichter als ein Fünkchen?' sagte Find. - 'Der Sinn einer Frau, das zwischen zwei (Männern) ist' sagte das Mädchen.

'Was hält weder Riegel noch Kette fest?' sagte Find. - 'Den Blick einer Hübschen nach ihrem Freund' sagte das Mädchen.

'Was ist das Beste an Rede?' sagte Find. - 'Weisheit, Kürze' sagte das Mädchen. […]
‘Was ist unsteter als das Wiesel?’ sagte Find. — ‘Der Rat eines törichten Mannes’ sagte das Mädchen.

'Was ist weicher als Flaum?' sagte Find. - 'Die Handfläche an der Wange' sagte das Mädchen.

Ressourcen


Erzählung vom Werben um Ailbe, Cormacs Tochter, durch Find ua Baiscni. History Department; University College Cork Corpus of Electronic; Texts Edition D303009: Http://www.ucc.ie/celt/published/D303009/index.html

Dieser Textedition liegt zugrunde: Rudolf Thurneysen, Tochmarc Ailbe 'Das Werben um Ailbe'. In Zeitschrift für Celtische Philologie 13 (1921), pp. 251-282.

Siehe ferner Johan Corthals: Ailbe’s speech to Cithruad (Tochmarc Ailbe). In Éigse 34 (2004) pp. 1-9.