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© Reinhard Aill Farkas 2009

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Magischer Realismus auf Irisch


The Secret of Roan Inish
(USA 1995)


Regie und Drehbuch
: John Sayles
Literarische Vorlage: Rosalie K. Fry
Kamera: Haskell Wexler
Musik Mason Daring

Dieser poetische Film, voller überwältigender Landschaftsbilder, erzählt eine Geschichte, an der Grenze zwischen der scheinbaren Realität und der Anderswelt. Ein Beispiel eines zarten magischen Realismus, wie wir ihn in der lateinamerikanischen Tradition finden, etwa bei Gabriel Garcia Marques.

Der Film geht auf die 1959 erschienene Geschichte Secret of the Ron Mor Skerry von Rosalie K. Fry zurück. Sie hatte während des Weltkriegs als Beobachterin die schottische Küste nach deutschen U-Booten abzusuchen, fand stattdessen jedoch die Welt der Seehunde und eine innere Beziehung zu diesen scheuen Wesen. Einheimische machten sie mit den Legenden über die Selkies bekannt, geheimnisvollen Mischwesen, die, wie die Feen ihre Bekleidung, ihr Fell ablegen und dann von einem glücklichen Mann gefunden werden können.

Mit dieser Legende beginnt die Geschichte von Roan Inish, die John Sayles in die westirische Küstenlandschaft verpflanzt hat. Die Heldin ist die 10jährige Fiona, wundervoll dargestellt von der ganz zarten und natürlichen, hellhäutigen und hellblonden Jeni Courtney. Fiona kommt nach dem Tod ihrer Mutter zu den Großeltern und beginnt, begleitet von ihrem Cousin und auf eigene Faust, die geheimnisvolle Insel von Roan Inish zu entdecken. Dabei wird sie bald von jenen seltsamen Unterströmungen geführt, die sensible Menschen aus eigener Erfahrung kennen.

Wundervoll, wie in diesem Film erzählt wird. Erzählungen führen uns mit Fiona in die Vergangenheit der Inselbewohner und der Familie Conelly, zugleich in eine magische, das heißt mit dem Menschen korrespondierende Naturlandschaft. John Sayles, selbst irischer Abstammung, bedient die Irlandsehnsüchte in den USA auf eine sensible Weise, unplakativ und authentisch.

Zum Thema Seehunde in Irland: Die (hervorragend von Haskell Wexler geführte) Kamera arbeitete mit ,geliehenen' Seehunden aus Tierparks, und viele Tieraufnahmen entstanden auf der Isle of Mull ...


 

 

Fragen zum Besprechen:

  • Welche Landschaft zeichnet der Film und mit welchen Mitteln stellt er sie dar?
  • Welche Verbindungen haben Seehunde und Menschen?
  • Wer sind die ,Helden' des Filmes? Sind ihre Eigenschaften auch für dich wichtig?

 

Hier liest du ein aufschlussreiches Interview mit John Sayles über: THE MAGIC OF REALISM

 

 

Ein irisches Drama

The Wind that shakes the Barley (F/UK/Ireland 2006)


Regie
: Ken Loach
Drehbuch: Paul Laverty
Cast: Cillian Murphey als Damian

Seit mehreren Jahren gehört Ken Loach zu den bedeutendsten neorealistischen Filmemachern. Die kriegerischen und gewalttätigen Ereignisse der irischen Zwanziger Jahre macht er in diesem mehrfach preisgekrönten Film als emotionale Konflikte und menschliche Entwicklungen begreifbar.

Loach interpretiert dieses düstere Meisterwerk als grenzüberschreitend: „Ich habe Menschen ermutigt, ihre Loyalitätskonflikte horizontal über nationale Grenzen hinweg zu sehen, also ist das kein Film über die Briten, die die Iren öffentlich beschimpfen."

Der Titel des Films ist einer irischen Ballade entlehnt, die Robert Dwyer Joyce (1836-1883), ein Poet und Literaturprofessor aus Limerick schrieb. Er bezieht sich auf einen jungen Rebellen aus Wexford, der an der Rebellion des Jahres 1798 teilnimmt. Barley, also Gerste, nahmen die Aufständischen als Proviant für ihre Märsche mit.

Die erste Strophe des Liedes lautet:

I sat within a valley green
I sat me with my true love
My sad heart strove to choose between The old love and the new love
The old for her, the new that made
Me think on Ireland dearly
While soft the wind blew down the glen
And shook the golden barley

Es ist ein tieftrauriges Lied, und auch der Film erzeugt das Gefühl einer fast hilflosen Trauer. Denn er präsentiert keine einfachen Lösungen, und er ist vorsichtig mit dem Zuteilen von Schuld. Er handelt von Menschen, dem Brüderpaar Damian und Teddy aus dem County Cork zuvorderst, die ihre persönlichen Beziehungen auf dem Altar der Politik opfern.

Dass es die britische Okkupation ist, die dieses Verhalten erzeugt, bleibt im Hintergrund, und die beteiligten englischen Offiziere sind teils erstaunlich zurückhaltend geschildert. Es ist kein Film des politischen Pathos, wie etwa Michael Collins, sondern der inneren Bewegung, eine geduldige Rekonstruktion jener Verletzungen, die wir einander beständig zufügen.


 

 

Fragen:


Wie werden die Entwicklungen der beiden Brüder Damian und Teddy deutlich?

Wie authentisch ist der Film?

Was sagt uns der Film über das Phänomen der Gewalt?